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besser gscheid als fesch

besser gscheid als fesch

von Marie Therese

Ihr Lieben,

 

können Sie sich auch noch daran erinnern, was Sie auf Ihrer ersten Party getragen haben? Bei Ihrem Abschlussball? Oder welches Kleid Sie sich extra für einen runden Geburtstag geleistet haben? Oder überlegen Sie sich jetzt schon, was Sie mal zur Hochzeit Ihrer Tochter tragen möchten? Besondere Anlässe verbinde ich jedenfalls auch immer mit der dazu passenden Gardrobe. Aber was heißt eigentlich passend? Wozu soll die Gardrobe passen, zum Anlass oder zu mir?

 

Elke Heidenreich hat wieder mal ein kluges Buch geschrieben. Dieses Mal aber nicht über Opern und auch nicht über den Kater Nero Corleone, sondern über Mode. Die Zeitungen sind gerade voll davon und ich bin mir sicher, dass manche Ansichten und Aussagen von ihr den Nerv vieler Frauen treffen. „Kleider geben einem ein bestimmtes Gefühl für einen bestimmten Tag“, stellt Heidenreich fest, und legt Wert darauf, dass sie zu Hause zwar durchaus auch mal leger und bequem gekleidet ist – aber dabei nie die “Contenance” verliert. Sie sagte wirklich “Contenance” in dem Interview, das ich mit ihr gehört habe, und das hat mich beeindruckt: es bestärkt mich darin, mich so zu kleiden, wie ich mich selber gerne sehe und wohlfühle. Allzu oft unterliegt man ja unwillkürlich Trends oder Strömungen, die eigentlich gar nicht zu einem passen. Es gehört eine innere Stärke dazu, zu sich zu stehen – und nicht nur eine Rolle zu spielen.

 

Aber Elke Heidenreich sieht nicht nur sich, und auch das gefällt mir an ihrer Haltung: man müsse sich auch am jeweiligen Anlass orientieren. Bei Konzerten beispielsweise gebiete es schon der Respekt den Künstlern gegenüber, sich entsprechend anzuziehen. Manchem mag das altmodisch erscheinen – ich finde, das hat Stil. Eine nette Anekdote schildert sie von der Eröffnungsfeier der Salzburger Festspiele, wo sie eine Rede halten sollte, aber sich nicht klar gemacht hatte, dass sie da voll im Rampenlicht stehen würde. Sie entschied sich ganz bewusst für das Lieblingskleid ihrer Mutter noch aus den 30er Jahren: Schwarze Seide mit weißen Pünktchen, und sie nahm in Kauf, dass das Erbstück auf dem Rücken leider schon Mottenlöcher hatte. Das Kleid gab ihr Kraft und Selbstvertrauen für ihren Auftritt, so schildert sie das. Hinterher, auf der Toilette im Festspielhaus hört sie, wie zwei Österreicherinnen zwar beeindruckt von ihrer Rede waren, doch dann gemeinsam feststellten: “Aber fesch ist sie nicht“. Heidenreich, die in diesem Moment dazu kam, ziemlich peinlich für die beiden Ladies, entgegnete ihnen, selbstbewusst und schlagfertig, wie sie ja ist: „Aber fesch seid doch ihr!“

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen selbstbewusst modischen Start in die neue Woche!

 

Ihre Marie Therese

Eine Kleine Auswahl an Kleidern…

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