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“Feelgood-Mode” – Was es mit dem neuen Trend auf sich hat…

“Feelgood-Mode” – Was es mit dem neuen Trend auf sich hat…

von Marie Therese

Ihr Lieben,

kennen Sie das Gefühl: Sie haben irgendwo eine tolle Klamotte gesehen und wollen die unbedingt haben. Manchmal können Sie nicht einmal mehr richtig nachvollziehen, wo Sie das Teil zuerst wahrgenommen haben: war es in einer Zeitschrift, im Büro oder auf der Straße – Sie wissen nur: das will ich haben, das steht mir, wenn ich das trage, dann fühle ich mich besser.

Tatsächlich beeinflusst das Äußere stark die Gemütslage. Mode kann man als Ausdruck von Identität verstehen, aber sie wirkt natürlich auch umgekehrt: sie kann das, was ich gerne wäre, unterstützen. Sie kann im Zweifel sogar einen ganz neuen Typ aus mir machen. Das wissen die Modemacherinnen und -macher sehr genau. Und sie reagieren darauf. In einem Bericht über die Mailänder Fashion-Week in Zeiten der Pandemie wurde die Edel-Designerin Miuccia Prada dieser Tage mit dem selbstbewussten Satz zitiert: „Das Ergebnis meines Jobs ist, dass sich die Menschen dank meiner Arbeit besser fühlen.“

Immerhin behauptet Frau Prada nicht, dass es den Menschen mit ihrer Mode tatsächlich besser gehe. Es geht nur um ein Gefühl, um ein Als-ob. Aber ist das nicht schon die halbe Miete?

Klar, wir haben alle gelernt: das Sein bestimmt das Bewusstsein. Aber gibt es nicht auch den umgekehrten Effekt? Wenn ich mal nicht gut drauf bin, ich mich dann aber trotzdem mit meinem roten Jersey-Kleid in Schale werfe, ein modisches Statement setze und die Aufmerksamkeit der anderen genieße, dann kann das durchaus meine Stimmung drehen – und das Leben fühlt sich gleich ganz anders an.

Die Modebranche lebt von diesem Produktversprechen. Das ist mir jetzt noch einmal bei den Berichten über die großen Modemessen klar geworden, auch wenn die natürlich in diesem Corona-Jahr ganz anders abgelaufen sind. Aber vielleicht funktioniert dieser Gute-Laune-Trick in Pandemie-Zeiten besonders gut. „Feelgood-Mode“ ist angesagt, so mein Eindruck. Von Jogginghosen war hier schon die Rede und von meinem neuen Kaschmir-Hoodie hatte ich Ihnen auch schon vorgeschwärmt. Die allgegenwärtigen bequemen Sneaker zum Kleid oder Rock fallen auch in diese Kategorie. Sieht man jetzt ja so vont, dass man schon glauben mag, Pumps seien out. Die Handtasche schließlich tauschen wir gegen einen rückenfreundlichen Rucksack. Lauter Beispiele fallen mir ein. Doch dafür, finde ich, sollte sich niemand schämen müssen, denn Mode soll ja dem Menschen dienen, nicht umgekehrt.

Ihre

Marie-Therese

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