Ihr Lieben,

Es ist Zeit: der Sommer war sehr groß – aber er geht unweigerlich zu Ende. Auch die obligatorische Rabattschlacht zum Abverkauf der Sommer-Kollektion ist rum, Corona-bedingt diesmal noch etwas heftiger, luftige Kleidung ist auf jeden Fall nicht mehr gefragt, der Schatten legt sich auf die Sonnenuhren und wir müssen uns auf den Herbst einstimmen.

Aber was heißt das für meinen Kleiderschrank? Früher wusste ich immer, was die neuesten Trends sind und im September habe ich mir dann gerne die eine oder andere Herbstklamotte zugelegt. Ideen hätte ich auch dieses Mal: Karos, Capes und Leder könnten passen – aber wofür eigentlich?

Der Ausnahmezustand, in dem wir seit einem halben Jahr leben, ist ja noch keineswegs vorbei. Das Virus ist nicht besiegt, und wenn wir uns nicht mehr so viel im Freien aufhalten können, wird es eher weniger Begegnungen geben, bei denen ich modische Akzente setzen will. Große Veranstaltungen gibt es nicht und auch Theateraufführungen oder Konzerte finden nur sehr eingeschränkt statt. Ich fürchte, wir werden in der Herbst- und Wintersaison wieder ziemlich zurückgezogen leben. Auch in der Arbeit werden wir, zumindest in Bürojobs, weiter mit der Krise zu tun haben – überall, wo es geht, arbeiten die Firmen nach wie vor im Homeoffice.

Neue, schicke Garderobe werde ich da auf jeden Fall so gut wie gar nicht ausführen können.

Was heißt das für mich? Ich werde auf zwei Dinge achten: Für Videoschalten ist das Outfit obenrum wichtig, da darf es jetzt gerne auch mal was Ausgefallenes sein. Eine Bluse zum Beispiel mit einem rasanten Kragen oder auch ein Rolli mit elegantem Schmuck und gerne auch etwas Farbe – aber viel mehr Business-Kleidung werde ich nicht brauchen. Es gilt weiterhin: Weniger ist mehr. Und lieber auf Qualität achten und Kleidung auswählen, die sich leicht waschen oder reinigen lässt (das gehört jedenfalls zu meinem persönlichen Antivirenprogramm).

Und zweitens: Die Outdoor-Ausstattung muss passen. Denn wenn wir uns mit Freunden und Bekannten treffen, dann wird sich das auch in der kalten Jahreszeit eher nicht in engen Kneipen abspielen, sondern im Freien. Schon ist davon die Rede, dass Heizpilze die Außengastronomie durch den Winter bringen sollen. War da nicht mal was mit der Klimakatastrophe? Ich finde, das geht auch anders. Klar, ich darf nicht frieren, aber es gibt auch funktionale Kleidung, die warm genug ist und gleichzeitig auch noch schick aussieht. Auf diesem Markt hat sich zum Glück in den vergangenen Jahren viel getan. Es gibt durchaus vorzeigbare Fleecepullis, und die bunten Daunenjacken kann man auch immer noch tragen. Es wird wohl auf den Zwiebellook hinauslaufen, mehrere Schichten übereinander, die ich je nach Witterung an- oder ausziehen kann. Mein Lieblingsstück für die nächsten Monate? Ein Outdoor-Thermorock mit Daunenfedern, federleicht, passt in jede Handtasche, kann ich schnell auch über die Hose ziehen, wenn es sein muss und wärmt ganz wunderbar. Der Herbst kann kommen!

Ihre

Marie-Therese