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Der Teufel trägt Prada

Der Teufel trägt Prada

von Marie Therese

Ihr Lieben,

kennen Sie das Zitat? „Ich bin nur noch eine Darmgrippe von meinem Traumgewicht entfernt“, sagt eine der Assistentinnen der mächtigen Mode-Chefredakteurin Miranda Priestly im Kino-Klassiker “Der Teufel trägt Prada”. Die andere: „Ich mach auch so eine neue Diät. Sehr effektiv. Ich esse gar nichts. Und wenn ich das Gefühl habe, in Ohnmacht zu fallen, esse ich einen Käsewürfel.“

Nach vielen Jahren habe jetzt diese wunderbare Komödie über die Modebranche endlich mal wieder angeschaut und mich erneut köstlich darüber amüsiert, wie Meryl Streep als Chefredakteurin eines Modemagazins ihre Assistentin Andy, Anne Hathaway, kujoniert und quält. Sämtliche Klischees der Modebranche werden dort bedient: es zählen allein äußere Werte, das Aussehen, der Auftritt, die Aufmachung. Wer nicht mitspielen will, kann svonort wieder gehen. Es gibt strenge Hierarchien: Die Chefin allein gibt den Ton an; sie bestimmt, was Mode ist und was nicht. Und erst als Andy sich auf diese Spielregeln einlässt und ihren schlichten türkisblauen Kaufhauspullover gegen schrille Designer-Mode tauscht, wird sie ernstgenommen.

Ich frage mich, ob das heute wohl auch noch so funktioniert? Spielen Modemagazine überhaupt noch eine so große Rolle, wenn es darum geht, Trends zu setzen? Sind Konfektionsgrößen in der Haute Couture immer noch das Maß aller Dinge? Immerhin hat sich das Frauenbild in den letzten Jahren sehr verändert. Ein starkes Selbstbewusstsein ist heute doch mindestens genauso wichtig wie gutes Aussehen. Im Idealfall kommt beides zusammen. Aber wenn ich mit einer ausgeprägten Persönlichkeit gesegnet bin, dann kann ich heute auch Kleider von der Stange tragen und trotzdem was hermachen.

Und natürlich werden Modetrends heute längst nicht mehr von irgendwelchen einsamen, machtbewussten Mode-Chefredakteuren gesetzt, sondern sie entstehen in einem komplexen Wechselspiel verschiedenster Einflüsse, wobei die sozialen Medien im Netz mit all den Influencern und Bloggern eine immer stärkere Rolle spielen.

2006, als „Der Teufel trägt Prada“ in die Kinos kam, stand auch in der Modewelt der Umbruch der Digitalisierung noch ziemlich am Anfang. Dass heute, anderthalb Jahrzehnte später, Internet-Plattformen wie Instagram oder Youtube die Modewelt dominieren, war damals noch keineswegs absehbar. Doch der Film ist deshalb noch lange nicht veraltet. Im Gegenteil: wie Andy sich gegen ihre herrschsüchtige Chefin durchsetzt, wie sie sich am Ende gegen die glitzernden Verführungen der Modewelt und für eine Karriere als Zeitungsreporterin entscheidet, wie sie also ihren eigenen Weg findet und ihn konsequent geht, das ist noch heute sehenswert. Denn es zeigt, worauf es wirklich ankommt im Leben: auf die inneren Werte, auf die Persönlichkeit. Und da sind all die Designerklamotten wirklich nur noch Beiwerk.

Ihre

Marie-Therese

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