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“Leihen statt Kaufen”? – Shared Economy in der Modewelt (Marie-Therese)

“Leihen Statt Kaufen”? Shared Economy in der Modewelt

von Marie Therese

Ihr Lieben,

kaum zu fassen, was ich da in der Wochenendpresse gelesen habe: Der neueste Schrei im Mode-Business ist angeblich „Leihen statt Kaufen“. Eine bekannte Jeans-Marke bietet jetzt Hosen zum Mieten an: ich trage sie, solange ich will, und dann gebe ich sie einfach zurück. Anschließend wird sie prvonessionell gereinigt und an die nächste Kundin weiter vermietet. Das ist viel billiger und wird unter dem Label Nachhaltigkeit vermarktet.

Können Sie sich das vorstellen? Ehrlich gesagt, bei manchen Fehlkäufen früher hatte ich mir sowas schon mal gewünscht: Die Klamotten einfach wieder zurückgehen zu lassen, weil ich nach ein paar Wochen feststellte, dass es doch die falsche Kaufentscheidung war – zugegeben, nicht besonders umweltbewusst. Damals handelte sich natürlich um niegelnagelneue Ware. Doch eine Hose, die schon jemand Wildfremdes am Leib hatte? Damit tue ich mich schwer, selbst wenn sie noch so gut gereinigt wurde.
Auf der anderen Seite finde ich das Teilen ja eine gute Idee. Wenn ich nur hin und wieder ein Auto brauche, warum soll ich mir dann eins kaufen? Shared Economy hilft der Umwelt! Vielleicht haben Sie es ja in den Nachrichten gehört: gestern war der Weltüberlastungstag. Ein Tag, der daran erinnert, dass die Menschheit mehr Wälder, Wasser und Land verbraucht, als die Erde regenerieren kann. Wir leben also über unsere Verhältnisse. Und die Modeindustrie, kein Zweifel, hat auch ihren Anteil daran.
Eine Freundin hat mir neulich erzählt, dass sie sich noch gut daran erinnern kann, wie in ihrem Heimatdorf die Mädchen ihre Arbeit in der Schneiderei oder in der Weberei gefunden haben. Das waren kleine Textilfabriken, die für den Bedarf im Umland produzierten. Heute kaufen wir Klamotten, die am anderen Ende der Welt produziert werden. Es wird schon lange nicht mehr nach Bedarf produziert, Hauptsache viel und billig, und am Ende landet das meiste ohnehin auf dem Müll.
Ich kann meine Freundin gut verstehen, wenn sie sagt: „Ich möchte sehr gerne Textilien kaufen, die hier, in Deutschland produziert werden, auch wenn es dann etwas teurer ist, aber so verstehe ich Nachhaltigkeit.“ Sie kennen meine Devise: weniger ist mehr, auch in der Mode.

Ihre
Marie-Therese

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