Ihr Lieben,

Kennen Sie das Gefühl: Völlig erschöpft, meistens spät abends wollen Sie sich noch was Gutes tun und klicken sich durch die Modewelt im Netz. Ruckzuck sind die Warenkörbe gefüllt; womöglich sind Sie in dem einen oder anderen Portal auch registriert und müssen nur noch auf „Kaufen“ drücken.
Spätestens am nächsten Morgen meldet sich dann aber das schlechte Gewissen: was ist eigentlich mit der Ökobilanz? Wie stark belastet das Versenden von Paketen die Umwelt? Eine Bekannte hat mir neulich ganz stolz berichtet, dass sie ab sofort komplett auf Versandhandel verzichten will. Eine DHL-, DPD- und Hermes-Diät , gewissermaßen. Das wollte ich jetzt mal genauer wissen und habe mich schlau gemacht.

Laut Freiburger Öko-Institut verursacht eine herkömmliche Paketzustellung im Schnitt etwa 600 Gramm
Treibhausgasemission. Ist das viel? Die Ökotester haben einen Vergleich angestellt: Wenn ich das gleiche Teil in der Stadt im Geschäft kaufe, dann kann der durchschnittliche Treibhausgasausstoß sogar vier Mal so hoch sein, nämlich 2400 Gramm. Angenommen wurde dabei, dass ich ca. 6 km mit dem Auto in die Stadt und zurück fahren muss. Außerdem wurde zum Beispiel der Stromverbrauch für das Geschäft mit in die Rechnung einbezogen und es wurde von einer Öffnungszeit von zehn bis 20 Uhr ausgegangen.

Das muss ich dringend meiner Bekannten erzählen. Natürlich kann sie argumentieren, dass man ja nicht mit dem Auto in die Stadt fahren muss. Aber was soll ich machen, wenn ich zum Beispiel auf dem Land wohne?

Auf jeden Fall: das erleichtert mein Gewissen. Auf der anderen Seite finde ich es gut, dass meine Bekannte sich so viele Gedanken über die Umwelt und das Thema Nachhaltigkeit macht. Das liegt mir ja auch am Herzen. Doch für mich spielt auch noch etwas anderes eine Rolle: Onlineshopping empfinde ich als deutlich stressfreier, als wenn ich mich am Samstagmorgen durch die volle Innenstadt schieben muss.

Aber eines habe ich mir jetzt ganz fest vorgenommen: in Zukunft möchte ich auch im Netz nur noch mit Sinn und Verstand einkaufen. Keine unbedachten Spontaneinkäufe mehr, lieber noch mal eine Nacht drüber schlafen. Denn die Ökobilanz stimmt nur, wenn es
nicht übertrieben viele Retouren gibt. Die könnten am Ende nämlich meinen ökologischen Fußabdruck beim Onlineshopping deutlich
vergrößern. In diesem Sinne: viel Spaß beim Shoppen!

Ihre

Marie-Therese